Vogel-Mensch/Hansiburli

(…) Josef Bernhardt hält keine Sittiche, aber er verwandelt sich bisweilen auch in einen Vogel. So bezeugt seine neunteilige Fotoserie „Vogel-Mensch“ (2005) die sukzessive Befederung seines Kopfes, die mit dem Verschwinden seiner Gesichtszüge unter dichten Gefiederwolken endet.

Wird in der Idylle von Hansiburlis Haus- und Käfighaltes der Vogel zum Menschen transformiert (und nicht nur dort: von Aesops Fabeln bis zur Disney-Factory gerät das Tier zum Projektionsobjekt des Menschen …), pariert der Künstler mit einer gegenläufigen Metamorphose. Was wohl würden wir sagen wollen, wären wir tatsächlich ein Hansiburli oder -mädi?

Wir kämen dann womöglich auch noch in den Genuss, auf einer Vogelschau ausgestellt zu werden, zum Zwecke des Schönheitswettbewerbs oder auch nur des Tausches. (…)

„Hansiburli“ ist als Installation in einer Wiener U-Bahn-Station projektiert, bestehend aus 9 großformatigen Farbfotografien/-prints („Vogel-Mensch 1-9“) und dem Video „Human Bird Box“ (Projektion oder Flatscreen)

Lucas Gehrmann